Was der Krypto-Handel wirklich kostet – eine Studie rechnet nach

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Andreas Gappmaier

Andreas Gappmaier

Krypto-Investor seit 2017 · geprüft am

❗ Hinweis: Ich bin kein Anlageberater. Kryptowährungen schwanken stark. Investiere nur, was du im schlimmsten Fall verlieren kannst.

Viele Krypto-Apps werben mit kleinen Gebühren: 1 € pro Kauf, 0 % Provision, 0,25 %. Bei den meisten ist das nicht alles, was du zahlst.

Das Frankfurt School Blockchain Center hat es im März 2026 nachgemessen. Die Forscher haben 432-mal gekauft und sofort wieder verkauft, bei neun Anbietern, immer über die normale App.

Das Ergebnis: zwischen 0,53 % und 6,45 %. Der teuerste Anbieter kostet zwölfmal so viel wie der günstigste.

Warum man den echten Preis nicht sieht

Die Anbieter verkaufen dir Bitcoin etwas teurer, als er am Markt gerade kostet. Diesen Aufschlag nennt man Spread. Er steht in keiner Preisliste.

Du siehst ihn nur, wenn du kaufst und sofort wieder verkaufst. Was dann fehlt, hast du wirklich bezahlt. Genau das hat die Studie gemacht.

Das Ergebnis

Kosten für Kauf und Verkauf zusammen:

AnbieterKostenbei 1.000 €
Bitvavo0,53 %5,30 €
justTRADE0,64 %6,40 €
flatex1,21 %12,10 €
BISON2,50 %25 €
Trade Republic2,77 %27,70 €
N264,77 %47,70 €
Bitpanda4,99 %49,90 €
Kraken5,92 %59,20 €
Coinbase6,45 %64,50 €

Mit einem Sparplan über 200 € im Monat kaufst du im Jahr für 2.400 €. Allein beim Kaufen macht das zwischen Bitvavo und Bitpanda rund 50 € Unterschied. Jedes Jahr.

Drei Dinge fallen auf

Bitvavo hält, was die Preisliste verspricht. Dort stehen 0,25 % je Kauf. Kauf und Verkauf wären 0,50 %, gemessen wurden 0,53 %. Es gibt keinen versteckten Aufschlag.

Manche sind teuer, aber ehrlich. BISON kostet 2,50 % und schreibt das genau so hin. Trade Republic wirbt mit 1 € pro Auftrag. Für 100 € kaufen und verkaufen kostet gemessen 2,79 € statt 2 €.

Bei Kraken und Bitpanda ist der teure Weg voreingestellt. Kraken kostet in der normalen App 5,92 %. Über Kraken Pro sind es 0,40 bis 0,80 %, mit demselben Konto. Bei Bitpanda ist es genauso: Über Bitpanda Fusion zahlst du viel weniger. Die Studie hat nur die normalen Apps getestet.

Was in der Studie fehlt

Die Studie kommt aus Deutschland. OKX, Bybit, 21bitcoin und Coinfinity waren nicht dabei.

Für OKX gibt es inzwischen einen zweiten Test: Dort kostet ein Kauf rund 0,08 %. Für die anderen drei habe ich nur die Preisliste. In meinem Börsenvergleich steht bei jeder Zahl dabei, ob sie gemessen ist oder aus der Preisliste stammt.

Für Österreich kommt noch etwas dazu: Manche Anbieter ziehen die Kapitalertragsteuer (KESt) für dich ab. Das ist bequem, kostet aber meistens mehr. Ob sich das für dich lohnt, rechnet der KESt-Break-Even-Rechner.

Was ich geändert habe

Ich hatte Kraken bei den Gebühren viel besser bewertet, weil ich die Preise von Kraken Pro im Kopf hatte. Nach der Studie habe ich die Note von 62 auf 26 gesenkt. Bitpanda ist von 58 auf 28 gefallen.

Das tut weh, weil Bitpanda aus Österreich kommt. Aber ein Vergleich, der Messwerte ignoriert, ist nichts wert.

Kurz gesagt:

  • ✅ Die beworbene Gebühr ist bei den meisten nicht der ganze Preis
  • ✅ Der teuerste Anbieter kostet zwölfmal so viel wie der günstigste
  • ✅ Bitvavo ist günstig und hat keinen versteckten Aufschlag
  • ✅ Bei Kraken und Bitpanda auf Pro beziehungsweise Fusion umstellen

💡 Mein Tipp

Mach den Test selbst. Kauf für 50 Euro Bitcoin und verkauf sofort wieder. Was auf deinem Konto fehlt, sind deine echten Kosten. Das dauert zwei Minuten.

Quelle: Frankfurt School Blockchain Center, Gesamtkosten im Krypto-Handel für Privatanleger – Ein Anbietervergleich, März 2026. Gemessen von 14. Jänner bis 8. Februar 2026, durchgeführt mit intas.tech.