Krypto in der Steuererklärung

Zieht deine Börse die Kapitalertragsteuer (KESt) nicht ab, trägst du deine Gewinne selbst ein. Mit einem Steuer-Tool sind das vier Schritte. Im ersten Jahr brauchst du einen Abend, danach rund 20 Minuten.

Musst du überhaupt etwas tun?

✓ Nein, bei diesen 5

Bitpanda, Bybit EU, Trade Republic, 21bitcoin, Coinfinity

Sie ziehen die Steuer für dich ab.

✗ Ja, bei diesen 4

Bitvavo, OKX EU, Kraken, BISON

Hier trägst du Gewinne selbst ein.

Bist du bei mehreren Anbietern? Dann gilt für jeden einzeln, was dort passiert.

Die vier Schritte

  1. Alle Käufe und Verkäufe in ein Steuer-Tool laden

    Verbinde deine Börse mit dem Tool oder lade die Datei mit deinen Transaktionen hoch. Gib dem Tool nur Leserechte. Es soll deine Käufe sehen, aber nichts handeln dürfen.

  2. Alte Käufe prüfen

    Alles, was du vor dem 28. Februar 2021 gekauft hast, ist steuerfrei. Das Tool erkennt das am Kaufdatum. Schau trotzdem nach, ob es stimmt, und heb die alten Belege auf.

  3. Bericht für Österreich erzeugen

    Stell das Tool auf Österreich. Sonst rechnet es nach deutschem Recht, und das Ergebnis ist falsch.

  4. In FinanzOnline eintragen

    Die Zahlen kommen in die Beilage E1kv zur Einkommensteuererklärung. Dein Bericht nennt dir die Beträge, FinanzOnline beschriftet die Felder.

    Die Nummern der Felder ändern sich von Jahr zu Jahr, deshalb nenne ich hier keine. Wenn du unsicher bist: Ein Anruf beim Finanzamt kostet nichts.

Was dich das kostet

CoinTracking: du lädst die Datei selbst hoch 39 € im Jahr
Blockpit: die Börse ist direkt verbunden 49 € im Jahr

Dafür sparst du bei einer günstigen Börse Gebühren. Ab wann sich das rechnet, sagt dir der KESt-Break-Even-Rechner.

Verluste nicht vergessen. Hast du im selben Jahr Verluste gemacht, kannst du sie von den Gewinnen abziehen. Das geht nur bis 31. Dezember. Mehr unter Krypto-Verluste gegenrechnen.
Keine Steuerberatung. Ich bin kein Steuerberater. Bei alten Beständen, Staking oder großen Summen frag jemanden, der dafür haftet. Verbindlich ist, was das Finanzamt sagt.

Häufige Fragen

Muss ich Krypto in Österreich überhaupt in die Steuererklärung schreiben?
Nur wenn dein Anbieter die Steuer nicht selbst abführt. 5 der 9 Anbieter in unserem Vergleich sind steuereinfach – deren Geschäfte sind erledigt. Bei den übrigen 4 gibst du die Gewinne selbst an.
In welches Formular gehören Krypto-Gewinne?
In die Beilage E1kv zur Einkommensteuererklärung E1 – das Formular für Einkünfte aus Kapitalvermögen. Krypto-Gewinne gelten seit der Ökosozialen Steuerreform als Einkünfte aus Kapitalvermögen und werden mit dem besonderen Steuersatz von 27,5 % besteuert.
Kann ich Verluste gegenrechnen?
Ja. Verluste aus Kryptowährungen lassen sich innerhalb desselben Jahres mit Gewinnen aus anderen Kapitalvermögen ausgleichen, etwa aus Aktien. Ein Vortrag ins nächste Jahr ist bei Kapitalvermögen im Privatvermögen nicht möglich – der Ausgleich muss im selben Kalenderjahr passieren.
Wie berechne ich den Gewinn bei mehreren Käufen?
Über den gleitenden Durchschnittspreis. Alle Käufe derselben Kryptowährung werden zu einem Durchschnittswert zusammengefasst, und dieser Wert ist beim Verkauf die Anschaffungsbasis. Das ist der große Unterschied zu Deutschland, wo nach FIFO gerechnet wird. Händisch ist das ab einer Handvoll Käufen kaum noch sauber zu schaffen.
Was ist mit Tausch von einer Kryptowährung in eine andere?
Der ist in Österreich steuerneutral. Du löst damit keinen Steuerfall aus. Erst der Verkauf in Euro oder der Kauf einer Ware zählt. Die Anschaffungskosten werden dabei fortgeführt.

Wo du es offiziell nachliest

💡 Mein Tipp

Richte das Steuer-Tool am selben Tag ein wie dein Börsenkonto, nicht erst im Dezember. Dann läuft alles von Anfang an mit. Ein ganzes Jahr nachträglich zusammenzusuchen ist die eigentliche Arbeit. Damit habe ich selbst am meisten Zeit verloren.

Andreas Gappmaier

Andreas Gappmaier

Krypto-Investor seit 2017 · geprüft am